Pressemitteilung vom 23.05.2017

Fliegerbombe in Höllriegelskreuth entschärft

Liebe Pullacherinnen und Pullacher,

 

ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns. Eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe, die vergangenen Donnerstag von einem Baggerführer gefunden worden war, wurde am Sonntag erfolgreich entschärft und abtransportiert. Wir hatten das ganze Wochenende über auf unserer Internetseite und Facebook informiert, Zeitungen und Radiosender brachten die Nachricht natürlich auch. Aber für diejenigen, die von all dem Aufruhr in unserem Ort wenig mitbekommen haben sollten, fasse ich die wesentlichen Fakten gerne noch einmal zusammen. Unsere Bildstrecke in dieser Ausgabe und eine noch ausführlichere Fotosammlung im Internet unter www.pullach.de -> Pullach -> Fotos veranschaulicht den Bombenfund und die Entschärfung.

 

Zutage gebracht wurde die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg durch Bauarbeiten der IEP GmbH am 18. Mai um 8.50 Uhr in der Dr.-Gustav-Adolph-Straße in Höllriegelskreuth. Sie war mit einem mechanischen Aufschlagzünder vorne versehen, der Heckzünder war abgerissen. Laut unserem Gemeindearchivar Erwin Deprosse muss sie bei einem schweren amerikanischen Luftangriff auf das Industriegebiet am 19. Juli 1944 als Blindgänger niedergegangen sein. Als Blindgänger deshalb weil sie sozusagen einen „Bauchklatscher“ gemacht hat.

 

Nach dem gezielten Bombenteppich auf das Industriegebiet wurden die Trümmer laut Erwin Deprosse damals im Anschluss bewusst nicht sofort weggeräumt, um den Eindruck zu vermitteln, dass alles zerstört sei. Dadurch blieben Blindgänger offensichtlich bis heute verschüttet. Zwischen 300 und 400 Bombeneinschläge waren es wohl damals auf Höllriegelskreuth. Wenn man von den üblichen zehn Prozent Blindgängern ausgeht, ist es durchaus möglich, dass sich noch weitere Bomben im Erdreich befinden. Die IEP GmbH jedenfalls hat sofort ihre Konsequenzen gezogen und Sondierungsarbeiten für den weiteren Bauverlauf in Auftrag gegeben.

 

Wie Sie sich vorstellen können, wurde sofort nach der Meldung an die Feuerwehr und ans Rathaus die nötige Maschinerie in Gang gebracht, die bei einem Bombenfund üblich ist. Nachdem der Sprengmeister Roger Flakowski, der schon so viele Bomben entschärft hat, dass er sie gar nicht mehr zählt, eine direkte Gefahr ausgeschlossen hat, konnte der Krisenstab die Entschärfung mit einem dreitägigen Vorlauf planen. Dieser Zeitfaktor war unser großer Vorteil.

 

Mehrere Treffen zur Abstimmung und Planung fanden mit den Spitzen von Vertretern der Feuerwehr, Polizei, Bundespolizei, Rettungsdienst, mit Mitarbeitern der betroffenen Firmen Linde AG, United Initiators sowie der Sixt AG und natürlich der Gemeindeverwaltung statt. Die vertrauensvolle, reibungslose und erfolgreiche Zusammenarbeit dieser Einsatzleitung, die ich führen durfte, hat mich sehr beeindruckt. Der Einsatzplan wurde gut strukturiert und bis ins Detail von Harald Stoiber, Kommandant unserer Feuerwehr, ausgearbeitet. Es war ein hochprofessionelles Hand-in-Hand, bei dem es nicht einen Punkt gab, an den im Vorfeld nicht gedacht worden war. Ein großer Dank geht an alle Beteiligten, die sich mit viel Engagement und Professionalität für einen sicheren Ablauf der Bombenentschärfung in’s Zeug gelegt haben. Hervorheben möchte ich besonders „unseren“ Sprengmeister, Roger Flakowski, der durch seine souveräne und kompetente Art stets den Eindruck vermittelt hat, Herr des Geschehens zu sein – was insgesamt zur Beruhigung beigetragen hat. Und so war es dann ja auch. In nur 28 Minuten hatte der Feuerwerker der Firma Tauber mit seiner Kollegin Janin Strobl und Michael Filips den Zünder entfernt. Um 10.55 Uhr konnten die Straßensperren bereits wieder aufgehoben, der Luftraum wieder frei gegeben werden und die S-Bahn der Linie 7 wieder am Bahnhof Höllriegelskreuth halten. Auch die rund 50 im Umkreis von 300 Metern evakuierten Einwohnerinnen und Einwohner sowie Firmenmitarbeiter konnten zurück in ihre Gebäude.

 

Erst am Montag wurde die Bombe zum Aufsägen und Entleeren des TNT abtransportiert, denn erst einmal mussten die 12 Hochsee-Container, die im Karree um den Bombenfundort aufgestellt worden waren, abgebaut werden. Die Container waren auf Anraten des Sprengmeisters aufgestellt worden, um vor allem in dem sensiblen Industriegebiet die Splitter im Falle einer Detonation abzufangen und um die Druckwelle abzumildern.

 

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass alles so gut verlaufen ist. Vielen Dank noch einmal an alle!

 

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Susanna Tausendfreund

Erste Bürgermeisterin

 


Termine

:

...weitere Termine    

 

Aktuelles: 

Zur Homepage der Gemeinde Pullach:
Je suis Charlie - Brief an den Bürgermeister Pauillac

 

Das Klimasparbuch des Landkreis München:
Klimasparbuch 2015 Landkreis München