Pressemitteilung vom 31.05.2017

Pullach auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Gemeinde:

„Bewegen gegen das Vergessen“ – Neues Bewegungsangebot der Volkshochschule Pullach

Im Rahmen des Projekts „Selbstbestimmt Leben mit Demenz in Pullach“ fand im März diesen Jahres ein Workshop statt, an dem rund 30 Expertinnen und Experten aus Pullach und dem Landkreis zusammenfanden, die sich mit dem Thema Senioren und Demenz befassen. Es wurden Ideen für Projekte gesammelt und erste Maßnahmen entwickelt. Die Wichtigkeit von Bewegungsangeboten in Gesellschaft wurde betont und die Schaffung solcher Kurse gefordert.

Untersuchungen zeigen, dass der Lebensstil einen großen Einfluss auf die Prävention von Demenzerkrankungen hat. Demnach trägt regelmäßige körperliche Bewegung, Gehirntraining, eine gesunde Ernährung, ein angemessenes kognitives Training und die Minimierung von bestimmten Risikofaktoren entscheidend dazu bei, den Abbau geistiger Fähigkeiten hinaus zu zögern und die Hirnleistung bei einer möglichen beginnenden Demenz lange zu erhalten. Selbst ältere Personen können diesen Prozess positiv beeinflussen, wenn sie bereit sind, ihre Gewohnheiten gegen eine aktive, gesunde Lebensweise einzutauschen. Allein ein kurzer Spaziergang von 20 Minuten regt die Durchblutung an und das Gehirn kann besser versorgt werden.

Wurde eine Demenzerkrankung diagnostiziert, suchen Betroffene und ihre Angehörigen nach einem Weg, die Orientierung zu behalten. Berührungsängste sowohl bei den Erkrankten („Hoffentlich merkt niemand, dass etwas mit mir nicht stimmt“) als auch bei den Nicht-Erkrankten („der vergisst ja sowieso alles und kann nichts mehr“) können zu Ausgrenzung führen, zu Rückzug und Isolation. Hier können spezielle Bewegungsangebote einen wertvollen Beitrag leisten. Gerade Menschen mit einer beginnenden Demenz bekommen dadurch die Möglichkeit, ihre bisherigen Aktivitäten im öffentlichen Leben und in der Gemeinschaft so lange wie möglich weiter zu führen. Neben der Erhaltung der vorhandenen motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten werden die (Alltags-) Kompetenzen gestärkt und den Menschen ein Gefühl des „Ich-Kann-Noch-Etwas“ und „Ich-Gehöre-Zur-Gesellschaft“ vermittelt. Es geht aber auch um die affektive Seite in den Übungsstunden: Die Freude des gemeinsamen Übens trägt zum Wohlbefinden bei und steigert die Lebensqualität sowohl bei den Betroffenen als auch bei den Angehörigen.

Die Volkshochschule Pullach hat sich nun dem Thema angenommen und schafft in Kooperation mit der Deutschen Alzheimergesellschaft, Landesverband Bayern e.V. ein neues Bewegungsangebot: „Besser Denken mit Bewegung“. Ab dem 19. Juni beginnt der wöchentliche Kurs mit fünf Terminen, an dem Erkrankte und ihre Angehörigen teilnehmen können. Ein Einstieg ist auch nach Beginn des Kurses möglich. Ein weiterer Kurs ist für das Herbstsemester geplant.

Wie genau sieht dieser Kurs aus?

 

Die Teilnehmer werden behutsam an Bewegungen herangeführt, die auch die Gedächtnisleistungen fördern.

Schwungvolle Musik, leicht durchführbare Spiel- und Tanzformen vermitteln dabei ein Gemeinschaftsgefühl und steigern die Motivation und die Bewegungsfreude bei allen Beteiligten.
Ein wohldosiertes Bewegungsangebot kann helfen, die Symptome (wie Konzentrationsschwierigkeiten, Orientierungslosigkeit, Unruhe etc.) abzumildern und den Krankheitsverlauf an sich positiv zu beeinflussen.
Durch gezieltes Kraft- und Balancetraining wird die Standfestigkeit geschult und das Sturzrisiko vermindert.
Um die Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten, werden Bewegungsmuster eingeübt, die im Alltag benötigt werden (Gehen, Treppensteigen, Anziehen, Aufstehen–Hinsetzen).

 

 


Termine

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Aktuelles: 

Zur Homepage der Gemeinde Pullach:
Je suis Charlie - Brief an den Bürgermeister Pauillac

 

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