Pressemitteilung vom 12.09.2017

Mitte August: Sturmschäden auch in Pullach

Liebe Pullacherinnen und Pullacher,

 

wer, wie ich, am 18. August nicht in Pullach, sondern an seinem Urlaubsort außerhalb Bayerns war, kann sich wohl glücklich schätzen. Freunde berichteten mir, dass sich die Ausmaße des Sturms an diesem Freitagabend selbst vom geschützten Wohnzimmer aus nur mit Angst und Bangen verfolgen ließen. Und so sind die Schäden dann auch erheblich, die wir in Pullach zu verzeichnen haben. Wobei wir im Vergleich zu vielen anderen Orten noch Glück hatten, das darf man nicht vergessen. Die Feuerwehr hatte in der Nacht von Freitag auf Samstag und am Samstag selbst rund 30 Einsätze – zehn Prozent ihrer Jahreseinsätze! Einsatzschwerpunkt war dabei die S-Bahnstrecke, die dann ja auch mehrere Tage nicht befahren werden konnte. Denn der Sturm hatte mehrere Bäume auf die Gleise und in die Oberleitung geworfen. Besonderes Pech hatten die Fahrgäste der S 7, die nur wenige Meter vor dem S-Bahnhof Großhesselohe wegen Stromausfalls stehen blieb. Sie mussten von den Pullacher Feuerwehreinsatzkräften über Leitern evakuiert und in den Bahnhof begleitet werden. Die Einsätze der Pullacher Feuerwehr dauerten bis nachts um drei Uhr an und gingen am Samstag weiter. Ein Baum, der auf einem Haus landete, einer auf einem Auto und einer auf der Oberleitung an der Gistlstraße, der dann auch noch Feuer fing – Sie können sich vorstellen, wie viel die freiwilligen Einsatzkräfte zu tun hatten, denen ich ganz herzlich für ihre hervorragende Arbeit danken möchte!

Mein Dank gilt auch den Mitarbeitern des Bauhofes, die am Samstag nach dem Sturm alle Hände voll zu tun hatten. Der stellvertretende Leiter, Anton Walser und zwei seiner Kollegen waren den ganzen Tag im Dienst. Um 7 Uhr ging es für sie los, denn die Kinderspielplätze mussten alle abgefahren werden, um Äste zu entfernen, die noch herabstürzen konnten. Zwei gemeindliche Bäume wurden an dem Tag direkt noch von unseren Bauhofmitarbeitern gefällt, weitere acht dann in den darauffolgenden Tagen. Meist waren Laubbäume betroffen, bei denen wir überwiegend Kronen- oder Wipfelbrüche zu beklagen hatten. Auch die Gehwege mussten von Ästen befreit werden. Und natürlich haben die Mitarbeiter dafür gesorgt, dass das Wasser auf den Straßen abfließen konnte, indem sie die mit Schwemmgut vollen Körbe der so genannten Sinkkästen geleert haben. Unglaublich viel Arbeit, die ein kurzer, knackiger Sturm in nur ein, zwei Stunden verursacht hat.

 

Da auch der Wald zwischen der Burg Schwaneck und der Waldwirtschaft stark betroffen ist – hier waren es eher Nadelbäume –, mussten die Bauhofmitarbeiter die Wege dort sofort sperren. Der Wald gehört zwar nicht der Gemeinde, sondern ist Eigentum des Bundes, wir sind als Gemeinde jedoch für den Wegeunterhalt zuständig. Der Bundesforst hat mit den Aufräumarbeiten bereits begonnen. Bis sie endgültig abgeschlossen sind und bis der Weg wieder instand gesetzt ist, bitten wir alle Spaziergänger und Sportler dringend, die Absperrungen zu beachten. Nicht nur, dass von den Löchern, die durch die entwurzelten Bäume entstanden sind, Gefahr ausgeht, auch können immer noch angebrochene Äste herab stürzen oder sogar gerade noch stehen gebliebene Bäume umstürzen.

Die nun am Boden liegenden Baumstämme bergen eine weitere Gefahr in sich, die unseren gemeindlichen Forstingenieur und Baumschutzbeauftragten, Bernhard Rückerl, ganz nervös werden lassen. Die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher werden sich auf die beschädigten und geschwächten Bäume stürzen, und der Käfer kann sich anschließend leicht bis ins Wohngebiet verbreiten. Wir haben in den vergangenen drei Jahren sowieso schon mit ihm zu kämpfen, Pullach liegt in der höchsten Gefährdungsstufe 4 durch Nadelholzborkenkäfer. Der Käfer- und Larvenfraß unterbricht den Wasser- und Nährstoffstrom in der Rinde, meist sind es Fichten, so dass die befallenen Nadelbäume über kurz oder lang verdursten und absterben. Befallene Fichten müssen also so schnell wie möglich aus Gärten und Wäldern entfernt werden, um den Bruterfolg der Borkenkäfer frühzeitig einzudämmen.

Ich habe noch eine Bitte an Sie, die nichts mit dem Sturm zu tun hat: Am Dienstag war Schulbeginn. Es sind wieder viele Erstklässlerinnen und Erstklässler unterwegs, die sich erst noch an ihren Schulweg gewöhnen müssen. Bitte seien Sie im Straßenverkehr besonders achtsam, herzlichen Dank.

 

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Start nach den Sommerferien und grüße Sie ganz herzlich aus dem Rathaus

Ihre

Susanna Tausendfreund

Erste Bürgermeisterin

 


Termine

26.10.2017:

16:30-17:30 Uhr, Rathaus Pullach

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Aktuelles: 

Zur Homepage der Gemeinde Pullach:
Je suis Charlie - Brief an den Bürgermeister Pauillac

 

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