Pressemitteilung vom 25.10.2017

Geburtstag des Hospiz-Vereins Isartal

Liebe Pullacherinnen und Pullacher,

 

vor kurzem war ich bei einer ganz besonderen Geburtstagsfeier, um dort ein Grußwort zu halten. Der Hospiz-Verein Isartal wurde 15 Jahre alt. Und lud erst zu einem Tag der offenen Tür in sein großzügiges Büro in der Münchener Straße 9 a. Und später dann noch zu einem Vortrag der Philosophin Celina von Bezold ins Pfarrheim Heilig Geist.

 

Es war meine Vorgängerin Sabine Würthner, die um die Jahrtausendwende herum erkannte, wie wichtig es ist, die Sterbenden und ihre Angehörigen in einer Gemeinde nicht allein zu lassen mit ihrem Kummer. Deshalb lud sie damals, es war im Jahr 2002, Gustava Everding für einen Vortrag zu uns nach Pullach ein. Die Frau des bekannten Intendanten ist Ärztin und hatte schon seit Mitte der 80er Jahre die Hospizbewegung deutschlandweit mit aufgebaut. Es dauerte nach ihrem Besuch hier nicht mehr lang, und der Hospizverein Isartal, der sich um alle sechs Gemeinden am Isar-Hochufer kümmert, war gegründet. Sabine Würthner übernahm gern den Vorsitz - und hat ihn noch heute inne.

 

15 Helferinnen und inzwischen auch zwei Helfer gehören momentan zum Team der Ehrenamtlichen. Sie alle haben sich umfassend ausbilden lassen, rund 100 Stunden umfasst die Schulung zum Sterbebegleiter. Drei bis vier Stunden in der Woche sitzen sie im Schnitt an fremden Betten, halten fremde Hände, singen mit den Betroffenen vielleicht auch mal ein Lied oder sprechen mit ihnen das eine oder andere Gebet. Manchmal, hat mir Mechtild Reinhardt gesagt, die von Anfang an beim Verein dabei ist und sich ansonsten in unserer Gemeinde so sehr in der Seniorenarbeit engagiert, sei es auch nur gut, mit den Sterbenden mitzuatmen. „Das verändert auch schon die Atmosphäre im Raum“, hat sie gemerkt.

 

„Machen“ muss man anscheinend oft gar nicht so viel, um Trost zu spenden – das wurde mir an dem Abend mehrfach berichtet. Es gehe vielmehr einfach darum, da zu sein, ansprechbar für alle Beteiligten. Dagmar Bergmann-Erb, eine Hospiz-Helferin, die in Schäftlarn wohnt, hat mir erzählt, sie lerne bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit immer mehr, sich selbst zurückzunehmen. Sie ist Biologin, sie sagte auch: „Es ist gut, den Tod aus der Tabuzone zu holen.“ Sie habe jetzt auch eine andere Einstellung zum eigenen Alltag: „Ich bin jetzt auch achtsamer dem Leben gegenüber.“

 

Es ist wahr, wir müssen alle einmal sterben. Und es ist ein Segen, wenn wir in diesen letzten Momenten unseres Lebens nicht alleingelassen werden. In diesem Sinne danke ich den Hospiz-Helferinnen und ihren beiden männlichen Kollegen noch einmal von Herzen für ihr Engagement.

 

Ihre
Susanna Tausendfreund
Erste Bürgermeisterin

 

 


Termine

:

...weitere Termine    

 

Aktuelles: 

Zur Homepage der Gemeinde Pullach:
Je suis Charlie - Brief an den Bürgermeister Pauillac

 

Das Klimasparbuch des Landkreis München:
Klimasparbuch 2015 Landkreis München